Die neue Interview-Reihe der Gutenberg Stiftung
Johannes Gutenberg hat von Mainz aus die Welt verändert. Doch wie lebendig ist sein Erbe heute im digitalen Zeitalter? Und warum ist der geplante Neubau des Gutenberg-Museums so wegweisend für die Zukunft unserer Stadt?
Die Gutenberg Stiftung hat viele namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu ihrer ganz persönlichen Verbindung zu Gutenberg, seinem revolutionären Wirken und der Zukunft des Mainzer Kulturlebens interviewt.
Einige Zitate aus den Antworten:
„Seine Erfindung hat Mainz zu einem Ort gemacht, der in einem Atemzug mit einer der größten kulturellen Revolutionen der Menschheit genannt wird.“ (Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, CDU)
„Die Tatsache, dass Gutenberg unserer Stadt Mainz den Gefallen getan hat, hier über den Buchdruck nachzudenken und die beweglichen Lettern zu erfinden, ist ein Geschenk für uns alle und darüber hinaus ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte.“ (Kabarettist Lars Reichow)
„Gutenberg ist eine historische Weltpersönlichkeit. Das Gutenberg-Museum ist so sehr mit dem kulturellen Erbe dieses Landes, aber auch der ganzen Welt verbunden, dass auch Bund und Land eine große Verantwortung für den Bau haben – und nicht nur die Stadt.“ (Katrin Eder, Fraktionssprecherin Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Rheinland-Pfalz)
Heute erscheint das nächste Gespräch der Reihe mit Gundula Gause. In den kommenden Wochen werden wir Ihnen in loser Folge weitere spannende Einblicke und Perspektiven präsentieren.
Für Medienschaffende: Wir laden Sie herzlich dazu ein, diese Interviews – gerne auch auszugsweise – unter Angabe der Quelle für Ihre Berichterstattung zu nutzen.
Mit dieser Initiative möchte die Gutenberg Stiftung die zentrale Bedeutung des Erfinders der Moderne für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt noch sichtbarer machen und gleichzeitig das Bewusstsein für die Relevanz des zukunftsweisenden Museumsneubaus in der breiten Öffentlichkeit stärken.
1. Mein erster Kontakt mit Johannes Gutenberg war… (wann oder wo, wie oder wodurch…)
„Meine Fibel“, das legendäre Lesebuch aller Erstklässler 1971 in Baden-Württemberg. Zuvor wurde ich durch meine Eltern sehr früh an Gedrucktes herangeführt. Und mit unserem Umzug 1975 nach Mainz wurde ich ja selbst zur „Gutenberg-Städterin“.
2. Welche Bedeutung hat Gutenberg Ihrer Ansicht nach für Mainz?
Die Aller-, Aller-, Allergrößte. Vor allem seinem Ruhm verdankt Mainz den weltweiten Bekanntheitsgrad. Kein anderer Mainzer war je wirkmächtiger.
3. Welche konkreten Auswirkungen hatte Gutenbergs Erfindung auf Ihr Leben?
Ab dem Erstkontakt in der Grundschule ging es rasant voran. Von „Hanni und Nanni“, über die JGU bis hin zum ZDF. Als Medienfrau fühle ich mich diesem berühmten „Kollegen“ tief verbunden.
4. Mainz baut ein neues Gutenberg-Museum: Was halten Sie für nötig, damit es auch über die Stadtgrenzen hinaus angemessen wirken kann?
Es sollte schon ein wirklich spektakuläres Gebäude im Schatten des Domes sein. Auch, um sicher zu stellen, dass es nicht im Schatten des Domes bleibt. Im Idealfall eine kontrapunktische Ergänzung zum über 1000 Jahre alten Dom, den Johannes Gutenberg zu seiner Lebenszeit schon als monumentales Bauwerk wahrgenommen haben muss. Das neue Haus sollte, neben musealen Inhalten, die rasante Weiterentwicklung der Medien – auch der digitalen Medien – durch Gutenbergs Erfindung adäquat transportieren.
5. Sind das Werk und die Relevanz Gutenbergs in der Öffentlichkeit bekannt genug?
Absolut, sonst hätte man ihn ja nicht zum „Man of the Millenium“ gewählt. Allerdings wissen wir auch, dass genug nie genug ist. Also muss gerade die Gutenberg-Stadt dranbleiben!
6. Was ist erforderlich, um das Erbe Johannes Gutenbergs auch künftigen Generationen in Erinnerung zu halten?
Das ist eine schwierige Frage, für die ich angesichts der Dynamik von KI, Sprach- und Übersetzungsmodellen sowie der insgesamt rasanten Entwicklung in dem, was heute noch die Welt der Buchstaben ist, keine leichte Antwort habe. Wir stehen möglicherweise vor einer neuen historischen Zäsur, vergleichbar mit der Nutzbarmachung des Feuers oder der Erfindung des Rades. Oder, um es mit Karl Valentin zu sagen: „Prognosen sind schwierig, weil sie die Zukunft betreffen.“