4. August 2020
Mit dem HOMER-Literaturpreis werden alljährlich die besten historischen Romane des Vorjahres geehrt. Erstmals wurde mit „Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern“ ein Kinderkrimi in die Nominiertenliste aufgenommen – und ist nun Gewinner eines bronzenen HOMERs.
Die spannende Geschichte um zwei Kinder, die in der Werkstatt Johannes Gutenbergs einen Diebstahl aufklären, vermittelt zum einen Geschichte und Technik des Buchdrucks, zum anderen zeichnet sie ein intensives Bild der Lebensverhältnisse von Kindern im Mittelalter. Mit Verfolgungsjagden durch die Stadt, nächtlichen Besuchen der Werkstatt und einem Verlies im Keller bietet der Kinderkrimi außerdem ein durchweg spannendes Leseerlebnis.
Aus der Laudatio:
Der Jury gefiel bei diesem historischen Jugendbuch ganz besonders, dass die Autorinnen Gitta Edelmann und Regine Kölpin es schafften, mit einem lebendigen, unterhaltsamen, kurzweiligen Krimi en passant den Kindern nicht nur die Erfindung, ihre Genialität, ihr Prinzip und ihre Novität zu erklären, sondern gleichzeitig auch die Zeit des Spätmittelalters nahe zu bringen. Da geht es um die Lebensumstände des Waisenjungen Martin, wie er zur Lehrstelle kam, seine Arbeit dort, sein Alter. Dass Martin lesen und schreiben kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Es geht auch um so banale Dinge wie Kochen, Kleidung, Essen, Schlafstätten, Toilette. Den Autorinnen gelingt es, ein sehr gutes Bild des Lebensalltags zu zeichnen. Es geht um den Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern, zwischen Gesellen und Meister. Genau diese Erweiterung um die Erfindung herum hebt ihre Bedeutung noch mehr hervor und macht die Zeit für die Leser faktensicher und erzählerisch lebendig.
Der Titel ist unter www.gutenberg-shop.de und im Buchhandel erhältlich.