Die neue Interview-Reihe der Gutenberg-Stiftung
Johannes Gutenberg hat von Mainz aus die Welt verändert. Doch wie lebendig ist sein Erbe heute im digitalen Zeitalter? Und warum ist der geplante Neubau des Gutenberg-Museums so wegweisend für die Zukunft unserer Stadt?
Die Gutenberg-Stiftung hat viele namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu ihrer ganz persönlichen Verbindung zu Gutenberg, seinem revolutionären Wirken und der Zukunft des Mainzer Kulturlebens interviewt.
Einige Zitate aus den Antworten:
„Seine Erfindung hat Mainz zu einem Ort gemacht, der in einem Atemzug mit einer der größten kulturellen Revolutionen der Menschheit genannt wird.“ (Bundestagspräsidentin Jutta Klöckner, CDU)
„Die Tatsache, dass Gutenberg unserer Stadt Mainz den Gefallen getan hat, hier über den Buchdruck nachzudenken und die beweglichen Lettern zu erfinden, ist ein Geschenk für uns alle und darüber hinaus ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte.“ (Kabarettist Lars Reichow)
„Gutenberg ist eine historische Weltpersönlichkeit. Das Gutenberg-Museum ist so sehr mit dem kulturellen Erbe dieses Landes, aber auch der ganzen Welt verbunden, dass auch Bund und Land eine große Verantwortung für den Bau haben – und nicht nur die Stadt.“ (Katrin Eder, Fraktionssprecherin Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Rheinland-Pfalz)
Heute erscheint das zweite Gespräch der Reihe mit Kabarettist Lars Reichow. In den kommenden Wochen werden wir Ihnen in loser Folge weitere spannende Einblicke und Perspektiven präsentieren.
Für Medienschaffende: Wir laden Sie herzlich dazu ein, diese Interviews – gerne auch auszugsweise – unter Angabe der Quelle für Ihre Berichterstattung zu nutzen.
Mit dieser Initiative möchte die Gutenberg-Stiftung die zentrale Bedeutung des Erfinders der Moderne für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt noch sichtbarer machen und gleichzeitig das Bewusstsein für die Relevanz des zukunftsweisenden Museumsneubaus in der breiten Öffentlichkeit stärken.
1. Mein erster Kontakt mit Johannes Gutenberg war… (wann oder wo, wie oder wodurch…)
… wahrscheinlich eine Führung, ein Ausflug mit der Schulklasse durch den Schell-Bau. Ein dunkler, uninspirierter Bau mit vielen Treppen, auf denen man Klassenkameraden erschrecken und ärgern konnte. Aber die Bibeln waren etwas Besonderes, da war selbst ich etwas stiller als bei den anderen Exponaten.
2. Welche Bedeutung hat Gutenberg Ihrer Ansicht nach für Mainz?
Die Tatsache, dass Gutenberg unserer Stadt Mainz den Gefallen getan hat, hier über den Buchdruck nachzudenken und die beweglichen Lettern zu erfinden, ist ein Geschenk für uns alle und darüber hinaus ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte. Ein Geschenk, dessen Nutzen und USP wir im Stadt- und regionalen Marketing nur zu einem Bruchteil nutzen. Mainz ist die Wiege der Digitalen Revolution. Aber das Kind schläft noch …
3. Welche konkreten Auswirkungen hatte Gutenbergs Erfindung auf Ihr Leben?
Ach Gott, mein Leben besteht aus wahnsinnig vielen Stunden am Computer, ich schreibe meine Lieder und Texte alle mit den kultivierten Verwandten Gutenbergs. Die Vervielfältigung von Texten ist ein Quantensprung in der Kommunikationsgeschichte hin zu einer freien, gleichen und gerechten Gesellschaft.
4. Mainz baut ein neues Gutenberg-Museum: Was halten Sie für nötig, damit es auch über die Stadtgrenzen hinaus angemessen wirken kann?
Wir brauchen sehr viel Geld für dieses Museum. Bitte nicht kleckern, sondern es muss geklotzt werden! Ich könnte mir sogar eine Sondersteuer, eine Sonderspende der Mainzer Bürgerinnen und Bürger vorstellen, damit wir alle stolz sind auf unser neues Werk.
Für den Neubau wünsche ich mir einen Bilbao-, einen „Louisiana“- und einen MOMA-Effekt für die Stadt. Meine Vision für das Dach des Museums ist das Bild einer riesigen, aufgeschlagenen Bibel, die man aus dem Flieger im Anflug auf Frankfurt gut erkennen kann. Damit wäre Gutenberg angemessen berücksichtigt.
5. Sind das Werk und die Relevanz Gutenbergs in der Öffentlichkeit bekannt genug?
Ja, die ganze Welt kennt Gutenberg, aber warum spielt er bei uns noch eine kleine Rolle im Stadtbild. Gutenberg ist mehr als ein Marktfrühstück. Dieser Mann könnte zum Symbol einer ganzen Region werden.
6. Was ist erforderlich, um das Erbe Johannes Gutenbergs auch künftigen Generationen in Erinnerung zu halten?
Ich wiederhole mich: Geld, Geld und noch mehr Geld. Interaktivität, Attraktivität und ständig neue Impulse aus der Medienstadt Mainz. SWR und ZDF müssen sich noch mehr zu diesem Mann bekennen. Gutenberg ist unser Unique Selling Point.