Ende 2024 schloss das Gutenberg-Museum Mainz zunächst seine Türen, und seit Mai 2025 wird das Gebäude am Mainzer Dom abgerissen. Der Schell-Bau, der über 60 Jahre lang als Ausstellungsgebäude Besucher aus aller Welt anlockte, war ein wichtiges architektonisches Symbol seiner Zeit. Nun soll er jedoch ersetzt werden: durch einen Neubau, der den „Mann des Jahrtausends“ Gutenberg mit einem neuen und modernen Konzept würdig repräsentiert und in Szene setzt.
Aber wie soll das neue Ausstellungskonzept aussehen? Genau zu diesem Thema lud die Stadt Mainz am Dienstag, den 18.11., zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ins Leibniz-Zentrum für Archäologie ein. Vor einem zahlreichen und interessierten Publikum stellte die renommierte Agentur Facts and Fiction aus Köln und Berlin ihr neues Szenographiekonzept vor. Auch Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) begrüßte die Anwesenden, ebenso wie Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) und ihre Mitarbeiter sowie die stellvertretende Direktorin des Gutenberg-Museums, Dr. Annett Göthe, die gekommen waren, um über die Zukunft des Museums zu informieren.
Facts and Fiction hatte 2024 die Ausschreibung für die Szenographie des neuen Gutenberg-Museums gewonnen und ein Konzept entwickelt, das sich perfekt an die architektonische Gestaltung des Neubaus durch das Stuttgarter Büro h4 anschließt: So werden beispielsweise die Ideen von Falz und Faltung aus der Dachlandschaft des neuen Museums auch im Innenraum aufgegriffen. Abgeschrägte Wände sollen einen modernen, innovativen Raum schaffen, um die einzigartigen und wertvollen Exponate des Museums gebührend zu präsentieren.
Zusätzlich setzt das Konzept – wie schon die Interimsausstellung „Gutenberg-Museum MOVED“ in der Reichklarastraße – auf interaktive Elemente für ein lebendiges und individuelles Bildungserlebnis. Ein interaktives Tool soll die Besucher durch die Ausstellung leiten und sie an vielfältigen Aktionsinseln dazu anregen, das Museum mit allen Sinnen zu erleben. Zudem ist zu Beginn des Museumsbesuches eine immersive Auftaktveranstaltung geplant, um die Gäste selbst ins mittelalterliche Mainz eintauchen zu lassen.
Das Szenographiekonzept stieß auf sehr große Zustimmung beim Publikum. Kulturdezernentin Marianne Grosse sah sich jedoch auch mit kritischen Fragen konfrontiert. Diese betrafen vor allem die noch nicht vollständig geklärte Finanzierung des Großprojekts sowie den trotz langjähriger Bemühungen immer noch fehlenden konkreten Plan für eine erweiterte Trägerschaft des neuen Museums. Letzteres besorgte insbesondere viele der Aktiven rund um Gutenberg.
Abgesehen davon war der Abend jedoch ein voller Erfolg, der große Vorfreude auf die Zukunft des Weltmuseums der Druckkunst weckte und einen weiteren Schritt in der Vernetzung des Museums mit der Mainzer Bürgerschaft darstellt.