Um zukunftsfähig und gegenwartsfähig zu bleiben, muss sich das Gutenberg-Museum nachhaltig verändern. Dazu gehört ein Neubau, der die Geschichte und die Bedeutung des Hauses nach außen transportiert. Aus baulicher Sicht zwingen vor allem der aktuell ungenügende Brandschutz sowie die Mängel im Hinblick auf die Barrierefreiheit zum Handeln.
Aktuelle Planungen
Die Planungen zur Neugestaltung für den Gesamtkomplex sehen einen Rückbau sowie einen Ersatzneubau für den aktuellen „Schellbau“ vor. Ferner ist die Kernsanierung und ein Umbau des Erweiterungsbaus entlang der Seilergasse, sowie die Sanierung der beiden denkmalgeschützten Gebäude „Römischer Kaiser“ und „Hotel Schwan“ vorgesehen. Die Abbrucharbeiten sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 stattfinden. Die Bauzeit soll nach Freigabe der Archäologie rund 36 Monate betragen.
Bürgerinformationsveranstaltung
Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung für den Neubau im Gutenberg Museum am 27. September stellte sich das zentrale Planungsteam für den Neubau vor: Das Architektenteam h4a Gessert+Randecker Architekten ist für den baulichen Neubauprozess zuständig, die Bartenbach AG für die zugehörige Kommunikation.
Die Bürgerinformationsveranstaltung ist ein Angebot seitens der Landeshauptstadt Mainz, des Gutenberg-Museums und des Bau-und Kulturdezernates, um die Mainzer Bürgerschaft aktiv in den Prozess des Neubaus einzubeziehen. Am Ende der Veranstaltung hatten die Bürger:innen die Gelegenheit, ihre Fragen zum Neubau und den kommenden Baustellen-Aktivitäten an das Podium zu richten.
Interimsunterkunft für das Gutenberg-Museum
Während der Bauzeit wird das Gutenberg-Museum Raum ins Reichklara-Kloster, Teil des Naturhistorischen Museums Mainz ziehen. Dort wird etwa ein Drittel des bisherigen Raumes zur Verfügung stehen. Es soll einen gemeinsamen Einlass und eine gemeinsame Eintrittskarte für beide Museen geben. Ein Raum im dritten Obergeschoss ist für eine gemeinsame Ausstellung vorgesehen. Alle nötigen Umbaumaßnahmen im NHM werden nachhaltig gedacht und die spätere Nutzung der Räume durch das NHM wird berücksichtigt.
Das historische Ambiente des Klosters wird eine wunderbare Kulisse für die Gutenberg-Bibeln bieten . Eine schöne Geschichte: Der Raum in dem die Bibeln inszeniert werden, war zu Gutenbergs Zeit tatsächlich für die Öffentlichkeit zugänglich. Gutenberg selbst könnte dort den Gottesdienst besucht haben.
Das Ausstellungskonzept für das Interim überzeugt, vom mittelalterlichen Mainzer Stadtmodell im Eingangsbereich über die traditionsreiche Druckvorführung und den Gutenberg-Film im ersten OG bis zur gechipten Eintrittskarte, mit der an allen Stationen zusätzliche Informationen abgerufen werden können. Ein neues Highlight: An einer Fotostation dürfen Besucher Selfies in Gutenbergs Werkstatt machen, die auf Büttenpapier gedruckt als Erinnerung mitgenommen werden können.